Design Thinking – Methode
Coach werden
Coach werden

Die Kernaufgaben eines Coaches


Kreatives Selbstbewusstsein Vermitteln
NUR MUT! Alle Kreativprozesse starten mit einem Gefühl der Unsicherheit anzuleiten und als Coach zu moderieren kann man lernen. Wir ermutigen euch dazu, euch als Coaches auszuprobieren und zu experimentieren! An allererster Stelle braucht ihr als angehende Coaches die nötige Portion kreatives Selbstbewusstsein. Darum traut euch, …
NEUE WEGE ZU GEHEN
… und nach Lösungen zu suchen, die tiefer liegen. Sie sind es wert, erkundet zu werden. Das Vertrauen in eure eigene und die Kreativität eures Teams hilft euch, neue Möglichkeiten zu erkennen und und diese zu nutzen.
ZU EXPERIMENTIEREN
Erst, wenn ihr das breite Feld eurer Ideen erforscht habt, könnt ihr euch auf die »beste« Lösung fokussieren. Wir versuchen viel zu oft endlich »fertig zu werden«, oder »zu Ergebnissen zu kommen«, anstatt das Potenzial des Unbekannten zu erforschen.
ZU HINTERFRAGEN
Jeden Tag begegnen wir Produkten oder Services, die uns nicht helfen, sondern uns bremsen. Anstatt euch zu beschweren oder den Status-Quo einfach zu akzeptieren, fragt euch selbst: Wie können wir diese Situation verbessern?
KREATIVITÄT ZU KULTIVIEREN
Es braucht viel mehr Menschen, die etwas verändern wollen und daran glauben, dass sie es auch können. Entfacht das »kreative Feuer« in den Menschen, die euch umgeben.

DIE METHODE VERSTEHEN
GRUNDLAGEN VERINNERLICHEN. Es ist wichtig zu wissen, wo Design Thinking herkommt, um den Kontext und die Tragweite des Design Thinking-Ansatzes zu verstehen. Dazu ist es notwendig, die Dynamik des 5-schrittigen Design-Thinking-Vorgehens verinnerlicht zu haben. Essenziell zu verstehen ist dabei die Zweiteilung zwischen dem Problemverständnis und der darauf folgenden Ideenfindung und der iterative Charakter der gesamten Vorgehensweise. Es ist eine entscheidende Frage der Perspektive, ob ein erster Prototyp als ernstzunehmende Idee oder in Ko-Kreation mit dem_der Nutzer_in als User Research-Artefakt verstanden wird. Jeder Schritt kann als Ergebnis oder Erkenntnis eingeordnet werden. Coaching bedeutet, den Überblick über das Ganze zu behalten. Je besser du den Prozess mit seinen Spannungen in der Praxis kennst, desto gelassener kannst du dem Verlauf deines Workshops entgegenblicken. Innere Ruhe und Offenheit für das, was kommt, strahlen nach außen! Als souveräner Coach ermöglichst du den Teilnehmenden, dem Prozess zu vertrauen und sich auf das Jetzt einzulassen.

… UND SIE SICH ZU EIGEN MACHEN. Neben der Methodenkompetenz, der Führungskraft und einem Feingefühl für zwischenmenschliche Schwingungen braucht ein Coach vor allem eins: Erfahrung. Die fällt nicht von Himmel, klar – wir plädieren trotzdem oder gerade deshalb dafür, in der Praxis zu lernen. »Learning by doing« ist Teil des iterativen Mindsets im Design Thinking: Das Prinzip heißt Fehler willkommen, um aus ihnen zu lernen. Verstehe dich selbst als Prototyp! Design Thinking ist kein rigides Korsett. Der Prozess gibt die Richtung vor, die Geschwindigkeit und das Fortbewegungsmittel wählt ihr. Traue dich, dir die Methoden zu eigen zu machen. Keine Angst vor ungeplanten Zwischenfällen! Wenn du mit der Methodik im Ganzen vertraut bist, kannst du situationsbezogen reagieren. Die Methode wird genau dann mit Leben erfüllt, wenn sie in Bewegung bleibt. Probiere aus, was für dich als Coach und für dein Team funktioniert – ohne Angst, aber voll Neugier.
Gratis für euch:
Methoden zum Kennenlernen
Wir haben euch ein Kennenlernen-Paket mit sechs essenziellen Design-Thinking-Methoden geschnürt, sodass ihr ein erstes Gefühl für die Dynamik der Prozessphasen gewinnen könnt. Das Paket beinhaltet alle Templates als PDF und PNG, sodass ihr sie on- wie offline, allein oder im Team komfortabel nutzen könnt.

DIE EIGENE ROLLE FINDEN
WAS BEDEUTET »COACH SEIN«? Der Design Thinking-Coach hat eine besondere Verantwortung für den Ablauf eines Workshops oder eines Innovations-Projektes und – je nach Rollenaufteilung im Team – ebenfalls für die Vor- und Nachbereitung der Workshop-Sessions. Aufgabe des Coaches ist es vor allem, dem Team Orientierung und Sicherheit im iterativen Prozess zu geben, der Situation entsprechend passende Methoden auszuwählen und den richtigen Augenblick zu erkennen, um von einer Prozessphase in die nächste zu wechseln. Driftet das Team vom Thema ab oder verirrt sich in unwichtigen Detailfragen, ist der Coach dazu da, den nötigen Fokus zu setzen. Im gleichen Moment sollten vor allem unerfahrene Coaches darauf achten, nicht die Arbeit des Teams zu übernehmen – Inhalt, Ideen und Post-its kommen vom Team! Da ihr als Coaches euer Team sowohl auf der Beziehungs- als auch auf der Aufgaben-Ebene erreicht, braucht der Workshop eure volle Aufmerksamkeit. Ihr könnt euch viel Wissen auf der Verstandesebene anlesen, für ein erfolgreiches Coaching sind Emotion und Intuition allerdings genauso wichtig. Lasst euch während des Workshops nicht ablenken und seid ganz da – mit der Erfahrung wird das Coachen immer weniger kräftezehrend und im Gegenteil immer mehr energetisierend, darauf geben wir unser Wort!

EIN TEAM ANLEITen LERNEN
DER COACH ALS KLIMABEAUFTRAGTER. Design Thinking bedeutet Teamarbeit. Das Ziel des Coaches ist es, Vertrauen im Team zu fördern, indem ein kreatives Arbeitsklima geschaffen wird, sodass jedes Mitglied Gehör findet und die Leitsätze des Design Thinking die Grundlage für ein respektvolles Miteinander bilden. Ein Coach kommuniziert ganz klar: Der Workshop ist ein geschützter Raum, in dem alte Rollen gegen ein neues Zusammenarbeiten eingetauscht werden. So kann eine Teamkultur entworfen und gelebt werden, die kreatives Arbeiten fördert.

UMGANG MIT KONFLIKTEN. Thinking-Prozesse zielen darauf ab, komplexe offene Fragestellungen zu beantworten – und das häufig unter hohem Zeitdruck und noch höheren Erwartungen. So steigt das Potenzial für Konflikte. Design Thinking-Prozesse forcieren eine konstruktive Auseinandersetzung mit Widersprüchen und kontroversen Standpunkten. Konflikte werden bewusst als Chance gesehen, z.B. wenn das typische iterative Vorgehen, einhergehend mit dem Scheitern von Ideen, zu Spannungen im Team führt. Ein Coach ist dafür verantwortlich, eine gute Kultur der Zusammenarbeit im Team zu pflegen und in eventuellen Konfliktsituationen hochzuhalten. Er achtet darauf, dass Spannungen konstruktiv zur Sprache kommen.

ERGEBNIS- UND BEZIEHUNGSORIENTIERT ANLEITEN. Teammitglieder sind im Gegensatz zum Coach explizit in der Verantwortung, inhaltlich Impulse zu geben. Dabei dürfen und sollen sie die eigene Perspektive klar formulieren. Der ständige Wechsel zwischen klaren Meinungen und unvoreingenommener Offenheit erfordert Achtsamkeit und Disziplin. Auf das Basis einer gesunden Konflikt- und Feedbackkultur im Team kann ein Austausch auf vielen Ebenen stattfinden, der von gegenseitigem Respekt und ehrlichem Interesse für den Standpunkt des_der anderen geprägt ist. Mit dem gemeinsamen Ziel im Fokus verstehen sich die einzelnen Teilnehmer_innen als wirkliche Arbeitsgemeinschaft, die ihre Kräfte bündelt und trotz eventueller Herausforderungen gemeinsam an einem Strang zieht.

KREATIVES SELBSTBEWUSSTSEIN VERMITTELN. Die gemeinsamen Herausforderungen im Design Thinking-Prozess bedeuten für jedes Teammitglied die Chance einer individuellen Weiterentwicklung. Indem der Coach ein Angebot schafft, gesteht er_sie den Teilnehmenden zu, selbst zu entscheiden, was sie für die Zukunft mitnehmen wollen. Als Coach sichert ihr die Arbeitsfähigkeit und (kooperative) Autonomie eures Teams. Indem ihr den Fokus auf ko-kreative Methoden und Prozesse legt, bekräftigt ihr die Teilnehmenden in ihrer individuellen Relevanz als Experte_in und Teammitglied und vermittelt ein tiefes Vertrauen in das kreative Potenzial des_der Einzelnen.
Leitsätze für Top Teams
Mit unseren acht Design Thinking-Leitsätzen lassen sich kreative Herausforderungen mit einem konstruktiven Mindset im Team meistern
– das PDF steht euch hier kostenlos zum Download bereit:

DAS SETTING VORBEREITen
VORBEREITEN UND VORBEREITET SEIN. Informiere dein Team mit genug Vorlauf über den Termin, den Ort und den ungefähren Ablauf eures Workshops. Wenn möglich, stelle Informationen zu den Möglichkeiten vor Ort zur Verfügung, sei es bzgl. technischer Ausstattung, Barrierefreiheit, Sprache/Übersetzungshilfe, Anreise, Verpflegung etc. Stelle klar, was an Vorarbeit erledigt werden soll und mit welchem Arbeitsmodus zu rechnen sein wird. Stelle sicher, dass du von allen Eingeladenen Rückmeldung erhältst, ob sie teilnehmen können und inwiefern sie ggf. Unterstützung benötigen.
Bereite dein Input zu den einzelnen Arbeitsschritten präzise vor, um deinen Redeanteil so gering wie möglich zu halten. Unser Design-Thinking-Slidedeck ist dein All-inklusive-Paket, das du als solide Basis nutzen kannst. Dein Input ist in erster Linie ein Impuls – je mehr Arbeitszeit dem Team bleibt, desto besser! Durch deine Anwesenheit musst du Fragen nicht vorwegnehmen, sondern kannst punktgenau reagieren, wenn sie aufkommen.

RAUM FÜR IDEEN SCHAFFEN. Plane genug Zeit ein, einen geeigneten Raum außerhalb eurer gewohnten Arbeitsumgebung zu finden und ggf. umzubauen. Dabei gilt: Flexibilität gewinnt! Alle Möbel sollten mobil sein und schnell an eure Bedürfnisse anpassbar. Arbeitet darauf hin, den Raum entlang der Bedürfnisse der Teilnehmenden so barrierearm wie möglich zu gestalten. Denkt an flexible Sitzgelegenheiten, Rückzugsraum und die notwendige technische Ausstattung. Das zweite Credo lautet: Schafft Platz für Ideen. Ob Flipcharts, Whiteboards, Stellwände, Fenster- oder Wandflächen – eure Arbeitsflächen sollten, bestenfalls beschreibbar, eventuell magnetisch, aber in jedem Fall zu bekleben sein. Neben klassischen Hilfsmitteln wie Stiften, Markern, Klebepunkten, einem Gong, dem berühmtberüchtigten TimeTimer und einer Fundgrube bunter Materialien zum Prototypen braucht ihr zu guter Letzt noch eins: eine kreative Arbeitsatmosphäre. Stellt Pflanzen auf, arbeitet mit bunten Textilien und hängt die Design Thinking-Leitsätze auf. Denn euer Umfeld beeinflusst euer Mindset!
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DEN RAHMEN GESTALTEN. Ein lockeres Kennenlernen bei einem ersten Kaffee erleichtert den Teilnehmenden das Ankommen im Workshopmodus, gleichzeitig kannst du als Coach die Gruppenkonstellation erfassen. Dieses Zeitfenster dient darüber hinaus als Puffer für unvorhergesehene Ereignisse, z.B. Verspätungen.
Um den Tag abzuschließen, führen wir immer eine Feedbackrunde mit dem gesamten Team durch. Die Struktur »I like … I wish … I take away…« ermöglicht den Teilnehmenden, sowohl positive als auch negative Erfahrungen sowie individuelle Learnings mit der Gruppe zu teilen. Das ungefilterte Feedback deines Teams ist für dich als Coach besonders wertvoll – halte dich deshalb zuerst zurück und verteidige deine Herangehensweise nicht, auch wenn es schwerfällt. Vergiss nicht, dich bei deinem Team zu bedanken.

STIMMUNG SCHAFFEN. Im Rahmen eines Workshops sind Warm-Ups unverzichtbar, um die Dynamik im Prozess aufrechtzuerhalten und einem müden Team wieder auf die Beine zu helfen. Sinnvolle Zeitpunkte für ein Warm-Up sind z.B. der Moment nach der Mittagspause, der Start in die Ideenfindungsphase oder die letzten Minuten vor einer Präsentation. Auch vor einem Interview oder einem Nutzer_innentesting kann ein Warm-Up angebracht sein, um die Stimmung aufzulockern und anfängliche Scheu vor der Konfrontation zu überwinden. Warm-Ups, die körperliche Bewegung einfordern, sind besonders geeignet, um das Energielevel wieder anzuheben. Oft gilt: Wenn ein Drittel der Teilnehmenden Feuer und Flamme ist, zieht der Rest mit. In unserem Ideenlabor-Blog haben wir euch eine Auswahl an Warm-Ups vorgestellt.

TIMEBOXING. Neben deiner empathischen Rolle als Facilitator bist du als Coach maßgeblich für das Timekeeping während des Workshops verantwortlich. Im Voraus planst du für die einzelnen Prozessschritte sinnvolle Zeitfenster ein, in denen dein Team die jeweilige Phase durchläuft. Hierbei kannst du dich an unserer Agenda orientieren, die wir dir zum Download zur Verfügung stellen. Du wirst schnell merken: Design Thinking funktioniert wunderbar in kleinen Schritten. Übersichtliche Zeitfenster helfen dem Team, sich zu fokussieren und inhaltlich nicht abzudriften. Um diese Effekte zu nutzen, sollte das Team die verbleibende Zeit vor Augen haben – verwende dazu, für alle sichtbar platziert, einen analogen oder digitalen Timer und sage zusätzlich die letzte(n) Minute(n) jedes Arbeitsblocks an. Nicht vergessen: Denke an genügend Zeit zum Durchatmen! Pausen sind kein Luxus, sondern genauso wichtig wie Arbeitszeit. Sie bringen frischen Wind in die Gedanken, schließen Kapitel ab und machen Platz für Neues. Außerdem bieten sie deinem Team den Raum, sich auch auf informeller Ebene auszutauschen und so besser zusammenzuwachsen.